Weiblich, wild und einzigartig: Die jungen Mädchen, die Anfang Mai zum Natur-Workshop ans Gut Alte Heide kamen, trotzten den kalten Vorboten der „Eisheiligen“ und verbrachten heldinnenhaft zwei Nächte bei Temperaturen von knapp über Null Grad im Tipi – dick eingemummelt in gemütliche Schlafsäcke und Decken und mit wärmenden Traumreisen von ihrer Workshop-Leiterin Christina Trees in den Schlaf begleitet.

„Wir haben dem Wetter ein Liebeslied gesungen und so offenbar Hagel, Sonne und Regen im Wechsel eingeladen“, scherzt Christina über die abwechslungsreichen Wetterbedingungen des zweitägigen Natur-Workshops. Das Willkommenheißen dieser Bedingungen sei aber bereits eine wesentliche Voraussetzung für Freude am Draußensein. Und so lautete das Motto: „Es ist immer das richtige Wetter für uns!“

Stolz sind die Mädchen, dass ihnen das „schlechte“ Wetter nichts anhaben kann, und froh, ein paar Tage für sich zu haben, ohne strukturierten Schulalltag und ohne „Müssen“. Und ohne Jungs: „Die Zeit unter ihresgleichen unterstützt die Mädchen dabei, persönliche Selbst-Sicherheit, Selbst-Findung und Selbst-Wahrnehmung zu entwickeln“, weiß Christina, selbst Mutter von zwei Töchtern im Teenager-Alter. Antworten auf die tiefen Fragen, die junge Mädchen bewusst oder unbewusst beschäftigen, finden deshalb angemessene Aufmerksamkeit, beispielsweise im „Roten Zelt“, in dem Christina mit ihren jungen Teilnehmerinnen über Mädchenthemen spricht.

Schnell wächst der Zusammenhalt in der Gruppe. Beim gemeinsamen Trommeln und Singen am wärmenden Feuer, beim Tanzen und Spielen unter freiem Himmel und im nahen Wald erfahren die Kinder Gemeinschaft. Fast nebenbei schärft sich außerdem ihr Blick für zahlreiche Tierbegegnungen – vom Käfer bis zum Reh.

Als die jungen Mädchen nach zwei Tagen und Nächten und dem gemeinsamen magischen Abschiedsfest nach Hause fahren, nehmen sie eine gewachsene Selbstverständlichkeit mit, dass die Natur belebt ist – und sie selbst ein Teil hiervon sind.